Fabian Warndt, Kwler, momentan in Argentinien

Fabian mit Jugendlichen
Fabian mit Jugendlichen

Zwei Monate „weltwärts-Freiwilligen-Dienst“ in Argentinien/Salta

 

Für ein Jahr lang lebe und arbeite ich seit Anfang September 2015 in der Gemeinschaft des zweitgrößten Ordens der Welt, der Salesianer Don Bosco, in der Stadt Salta im Norden von Argentinien. Zusammen mit den padres (Pfarrern) und hermanos (Brüdern) unserer Gemeinschaft leiten, betreuen und organisieren wir zwei Schulen und unzählige Freizeitangebote hier vor Ort. Die Schule „Ángel Zerda“, in welcher ich mit den Salesianern lebe, befindet sich im Zentrum der Stadt Salta. Dort besuchen ca. 1800 Schüler zwischen der ersten und zwölften Klasse den Unterricht. Außerdem schließt die Schule einen Kindergarten und ein riesengroßes Freizeitangebot von Kinder- und Jugendgruppen mit ein, welche von Pfadfindern, über jugendliche Missionare, Erstkommunionsvorbereitung, natürlich dem „Oratorium“ (ein Ort, an dem (Straßen-)Kinder spielen und ihrem Alltag entfliehen können, für das die Salesianer Don Bosco so bekannt sind) und vielem mehr reicht! Die zweite Schule heißt „Escuela Salesiana Ceferino Namuncura“. Diese Grundschule (1-7 Klasse) liegt außerhalb des Stadtzentrums in einem sehr armen Viertel, einer auf Spanisch genannten „villa/barrio pobre“, in Deutschland besser bekannt als „Favela“. Das Viertel ist - wie so viele Stadtteile in den Städten Lateinamerikas - von Armut, Kriminalität, Drogen, Prostitution und Straßenkindern geprägt. Auch hier begleiten, betreuen, spielen und verbringen wir Zeit mit den SchülerInnen und sind für viele Kinder der große Bruder und sogar manchmal der Ersatz-Papa, da nicht selten die Eltern alkohol- und drogenabhängig sind oder viel arbeiten müssen, um ein wenig Geld zu verdienen und somit nicht viel Zeit mit ihren Kindern verbringen. Auch hier gibt es einen Kindergarten und ein großes Angebot an Freizeitaktivitäten für die Kinder und Jugendlichen. Kurz gesagt: Es springen immer Kinder und Jugendliche hier bei uns herum und wir spielen, begleiten, betreuen, erziehen und lehren sie!

Doch was genau mache ich hier? Wie sieht mein Arbeitsalltag aus? In einem Satz würde meine Aufgabe hier ganz vereinfacht wohl heißen: Die Kinder und Jugendlichen in ihrem Alltag begleiten und eine Bezugsperson darstellen, die die Ethik der Salesianer Don Bosco vertritt. Ein bisschen genauer heißt das, dass ich vormittags immer zusammen mit den padres in den Schulen Ángel Zerda (Dienstag und Mittwoch) und in Ceferino (Montag, Mittwoch und Freitag) bin. Dort spielen wir in den Pausen mit den Schülern, helfen einigen Lehrern im Englischunterricht, halten vor Klassen Vorträge über das Leben in Deutschland und über die Deutsche Geschichte und starten auch selbst neue Projekte, wie zum Beispiel den Bau eines Gemüsebeetes in der Schule Ceferino. Meistens sind die Nachmittage hier in dem fußballverrückten Land mit Ballspielen gefüllt. Am Wochenende sind wir im Oratorium vorzufinden und spielen sowohl in Ángel Zerda, als auch in Ceferino, mit den Kindern Billard, Kicker, Basketball, Volleyball und natürlich Fußball! Mit den Jüngeren basteln wir auch öfters, wie zum Beispiel neulich als hier in Argentinien Muttertag war, haben wir mit den kleineren Kindern kleine Geschenke für ihre Mütter gebastelt. Samstagnachmittag begleite ich die Gruppe „Chispa“. In dieser Gruppe treffen sich immer einmal pro Woche Straßenkinder und ehemalige Jugendhäftlinge und wir spielen, basteln, singen und verbringen eine schöne Zeit mit diesen Kindern und Jugendlichen. Der Name „Chispa“ war ein Spitzname eines Jungen aus Salta, der auf der Straße umgekommen ist. Auch gehen wir am Wochenende ins Jugendgefängnis hier in meiner Stadt und spielen Ballspiele mit den Häftlingen. Der Sinn dahinter ist, dass die Jugendlichen und Erwachsenen, einen Anhaltspunkt und Anker haben, wenn sie aus dem Gefängnis entlassen werden und nicht wieder in Kriminalität und Drogenmissbrauch abfallen und somit den Teufelskreis durchbrechen. Auch begleite ich drei junge Erwachsene, die auf der Straße aufgewachsen sind, von Montag- bis Donnerstagabend bei einer Elektrikerausbildung bei uns hier im Haus. Mit der Absolvierung dieser Ausbildung können sie offiziell als Elektriker arbeiten und haben somit auch die Chance, dem schweren Leben im Barrio (Elendsviertel) zu entfliehen.

Da in Argentinien die soziale Hilfe des Staates und das staatliche Schulsystem durch die korrupten und schlechten politischen Bedingungen sehr schlecht sind nehmen die Salesianer im Auftrag der katholischen Kirche einen sehr großen und wichtigen Teil der sozialen Hilfe ein und ermöglichen so vielen Kindern und Jugendlichen, die sonst keinerlei Perspektiven hätten, eine besseres Leben. Der christliche Glauben der Salesianer gibt den Menschen Kraft und einen Anhaltspunkt in ihrem sonst oft hoffnungslosen Leben. Es würde mich sehr freuen, wenn Sie dieses Projekt zugunsten der Kinder und Jugendlichen hier in Argentinien unterstützen und somit die sinnvolle Arbeit der Salesianer Don Bosco auch in der Zukunft ermöglichen. Es geht nicht jedem so gut wie uns in Deutschland. Vielen Dank! Hier wissen Sie, dass Ihre Hilfe ankommt.

Spenden zur Unterstützung der Einrichtung in Argentinien an:

(bitte Adresse angeben für Spendenbescheinigung)

Don Bosco Mission

IBAN: DE66 7509 0300 0102 141876

BIC: GENODEF1M05¸ Liga Bank München

Verw.Zweck: R5115 60 Argentinien/Salta

 

Wenn Sie mein Leben in Argentinien mit den neusten News und vielen Bildern verfolgen möchten, hier die Adresse/Link zu meinem Blog:

https://blogs.strassenkinder.de/fabianargentinien/

Muchos saludos!

Euer Fabian Warmdt