Buchtipp "Nils geht"

Nils geht
Nils geht

Nils geht

von Gabi Kreslehner

ab 13 Jahren

 

Nils ist ein Außenseiter in seiner Klasse, ein Nerd wie man ihn sich vorstellt.

Klein, schmächtig, aber intelligent. So muss er auf Beleidigungen von Seiten der berüchtigten Vierergruppe in seiner Klasse, Jo, Fadi, Rasmus und Mila nicht lange warten. Jeden Morgen, wenn er die Klasse betritt, nimmt sich die Truppe ihn vor.

Auch Sara, die in seiner Nachbarschaft wohnt, ihn lange kennt, hält sich aus allem raus, ihr ist Nils peinlich.

Doch Nils scheint sich nicht provozieren zu lassen.

Für ihn gibt es sogar einen Lichtblick. Der Mathelehrer verdonnert Nils dazu mit der hübschen Mila (Vierergruppe) Mathe zu büffeln. Die beiden verstehen sich überraschend gut und das Lernen mit Nils bringt Mila bessere Noten.

Das ruft Wut und Eifersucht bei Jo hervor, Nils soll dafür büßen. Aber Jos Aktion verläuft anders als er, Rasmus und Fadi es geplant haben.

Nils wehrt sich.

Ein Buch zum Thema Mobbing, na ja, da gibt es bereits einiges.

Doch mir hat an diesem Buch gefallen, dass die Charaktere der Vierergruppe differenziert und individuell gezeichnet sind. Niemand von ihnen ist ausschließlich böse, sie genießen ihre Machtposition in der Klasse, doch es gibt bei einigen auch Zweifel.

Nils, der vermeintlich Schwache lässt zwar viel über sich ergehen, doch zuletzt wehrt er sich, streift die Opferrolle ab und wird zum Täter. Doch er muss dafür auch Verantwortung übernehmen.

Ein dramaturgischer Kniff sind die Befragungen der Schüler zu Beginn des Buches. Sie lassen zwar den Leser im Unklaren über das Geschehene, zeigen aber wie der Einzelne sich damit auseinandersetzt. Lehrer und Eltern bleiben nur Randfiguren, was wohl oft auch der Realität entspricht.

Lesenswert.

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