Kleine und große „Mut-Macher“

Seit 15 Jahren gibt es die Harl.e.kin-Nachsorge Kaufbeuren, die Familien beim Übergang aus der Kinderklinik nach Hause unterstützt

„Eine Frühgeburt kann jeden treffen und kommt meist völlig unerwartet. Für die Angehörigen beginnt damit oft eine Zeit der Sorge und des Bangens,“ macht sich Cornelia Schunke, Harl.e.kin-Koordinatorin in Kaufbeuren, stark für die Bedürfnisse von Familien mit früh- und risikogeborenen Kindern. Seit 15 Jahren gibt es die Harl.e.kin-Nachsorge in Kaufbeuren, ein gemeinsames Angebot der Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren und des Klinikums Kaufbeuren. Zum Jubiläum wurde die Aktion „Mut machen“ ins Leben gerufen. Dabei portraitierte die Kaufbeurer Fotografin Stefanie Giesder 16 Kinder, die in den letzten Jahren durch das Harl.e.kin-Team beim Übergang aus der Kinderklinik nach Hause unterstützt wurden. Entstanden sind lebendige und „Mut-machende“ Portraitreihen, die nun feierlich vorgestellt und dann in den kommenden Monaten in unterschiedlichen, öffentlichen Einrichtungen ausgestellt werden.

Die Collagen zeigen jeweils ein Bild der Kinder vom Start in ihr Leben auf der Kinderintensivstation – oftmals noch mit Kabeln, Schläuchen und Elektroden versehen. Als Gegensatz dazu fotografierte Stefanie Giesder die Kinder dann im vergangenen Sommer, die Bilder zeigen die Mädchen und Buben bei ihren Lieblingsbeschäftigungen, beim Toben und Spielen. Aus diesen Motiven sind eindrückliche Collagen entstanden. „Wir wollen damit Mut machen und betroffene Familien stärken. Die Bilder sind selbsterklärend und zeigen die wirklich tollen Entwicklungen der Kinder,“ beschreibt Cornelia Schunke das Projekt. Dankbar ist die Koordinatorin, dass sich so viele Familien auf ihren Aufruf hin gemeldet haben und ihre Geschichten auch in bewegenden Texten festgehalten haben. Diese werden in einer ergänzenden Broschüre für neue Harl.e.kin-Familien als „Mutmacher“ bereitgestellt und sind dann auch über die Website der Lebenshilfe (www.lebenshilfe-oal.de) abrufbar.

Die Harl.e.kin-Nachsorge ist ein Nachsorgeangebot für Familien mit früh- und risikogeborenen Kindern, die nach der Geburt in der Kinderklinik intensivmedizinisch versorgt werden mussten und bei denen der Schritt nach Hause Unsicherheit und Ängste mit sich bringt. In dieser schwierigen Übergangsphase werden die Familien durch ein Nachsorge-Tandem bestehend aus einer aus der Klinik bekannten Kinderkrankenschwester und einer erfahrenen Fachkraft aus der Frühförderstelle der Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren begleitet. Sie beantworten ganz konkrete Fragen zum Beispiel zur Pflege oder zur Ernährung, geben alltagspraktische Tipps und haben ein offenes Ohr für die Sorgen der Familien. Sie machen den Eltern Mut in ihre eigene Stärke zu vertrauen, damit sich trotz der erlebten Belastungen eine stabile Bindung aufbaut – als beste Basis für eine positive weitere Entwicklung.

Seit 2007 wurden durch die Harl.e.kin-Nachsorge Kaufbeuren rund 350 Familien betreut, in den letzten Jahren waren es etwa 25 bis 30 neu aufgenommene Familien pro Jahr. Die Dauer der Nachsorge wird individuell nach Bedarf mit der Familie abgestimmt und kann zwischen wenigen Wochen und mehreren Monaten liegen. Teilweise werden die Familien bis in das zweite Lebensjahr des Kindes begleitet.

Infobox:

Die Harl.e.kin-Nachsorge gibt es bayernweit an inzwischen 27 Standorten. Sie wird vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration gefördert und durch Spenden gesichert. Für die Familien ist die Harl.e.kin Nachsorge kostenfrei und kommt niedrigschwellig ohne Antrag aus. Der Name Harl.e.kin geht auf das Pilotprojekt an der Kinderklinik München-Harlaching (Harlaching – Eltern - Kind) zurück.

Die Wanderausstellung „Mut machen“ ist vom 20. Mai bis 22. Juni im Landratsamt Marktoberdorf zu sehen. Weitere Termine finden Sie zeitnah unter www.lebenshilfe-oal.de.

  

Mit der Aktion „Mut machen“ sensibilisiert die Harl.e.kin-Nachsorge Kaufbeuren für das Thema Frühgeburt. Entstanden sind dabei lebendige und „Mut-machende“ Portraitreinen von Kindern, die in den letzten Jahren durch das Harl.e.kin-Team beim Übergang aus der Kinderklinik nach Hause unterstützt wurden.

Bildnachweis Collagen: Stefanie Giesder

 
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